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Die Heidelerche (Lullula arborea) -  im Singflug über den Trockenrasen

Heidelerche

Allgemein

Die Heidelerche ist ein etwa 15 cm großer Vogel mit auffällig kurzem, weiß gerändertem Schwanz. In Bayern ist sie ein sehr seltener Brutvogel, ihr Bestand gilt nicht nur hier als vom Aussterben bedroht.

Lebensweise

Sie besiedelt warme, offene Wälder, auch Kahlschläge und junge Aufforstungen. Bevorzugt werden Kiefernwälder auf trockenen Sand- oder Kalkböden und trockenwarme Waldränder. Wichtige Lebensraumstrukturen sind vegetationsfreie, möglichst sandige Bodenstellen mit lückigem, niedrigem Pflanzenwuchs sowie ein angrenzender Waldrand, ein Gebüsch oder eine ähnliche Struktur, die mindestens von einer Seite Windschutz gewährt. Gerne besiedelt sie extensiv mit Schafen und Ziegen beweidete Flächen.

Der Gesang des Männchens ist zur Balz- und Brutzeit in den frühen Morgen- und Abendstunden zu hören. Vor allem an warmen, sonnigen und windstillen Tagen singt es sowohl im aufsteigenden Singflug über dem Revier wie auch von erhöhten Singwarten wie Baumwipfeln aus. Ansonsten hält sich die Heidelerche vorwiegend am Boden auf, da sie dort und in den niederwüchsigen Trockenrasen ihre Nahrung sucht, ihr Nest anlegt und das Gelege bebrütet. Das Nest wird meist in kleinen Bodenmulden mit trockenem Gras und Moos angelegt.

Vorkommen und Gefährdung

Die Heidelerche bewohnt Vorderasien, Nordwestafrika und Europa bis Mittelengland, Südschweden und Südfinnland. In Südeuropa ist die Heidelerche ein „Standvogel“, in unseren Breitengraden brütende Vögel ziehen im September/Oktober in ihr Winterquartier nach Südeuropa. Als Bodenbrüter unterliegt die Heidelerche vielerlei Gefahren. Natürliche Feinde sind Gelegeräuber wie Fuchs, Dachs, Marder, Wiesel, Ratte, Wildschwein und andere mehr, die den Bruterfolg durch Fraß sowohl der Eier wie der Jungvögel gefährden. Baumfalke, Sperber und Habicht schlagen Heidelerchen in der Luft. Hauptursache ihres Rückgangs ist allerdings der Verlust geeigneter Lebensräume durch die Nutzungsänderung und Intensivierung in Land- und Forstwirtschaft verbunden mit dem Verlust halboffener Landschaften mit niedrig wachsenden, lückigen Rasengesellschaften wie sie früher auf Hutungen und Weiden vorkamen. In den immer mehr mit Strauchwerk zuwachsenden Trockenrasen kann sie als Bodenjäger nicht mehr jagen und findet auch keine geeigneten Plätze zur Anlage ihres Nestes mehr.

Die Störung oder Zerstörung ihres Lebensraums durch Motocrossfahrer, Reiter, Mountainbiker, die Anlage von Camping-, Picknick-, Golf-, Park-, Start- und Landeplätze für Modellflieger, Gleiter usw. tragen ebenfalls zum Rückgang der Art bei. Intensive Viehhaltung wie z.B. Schafe in Koppelbetrieb können ihren Lebensräume ebenso gefährden wie eine fehlende Nutzung.

Maßnahmen

Die im Zuge des LIFE+ Projektes durchgeführten Maßnahmen „Entbuschung von Trockenstandorten“, „Schaffung lichter Waldstrukturen und Auflichtung von Waldrändern“ sowie die durch das LIFE+ Projekt initiierte und optimierte Beweidung ihrer Lebensräume sichern, verbessern und vergrößern ihren Lebensraum, da sie die für die Art wichtigen Schlüsselfaktoren wie eine niedrige, lückige Trockenrasenvegetation mit einzelnen Bäumen als Sitzwarten schaffen. Durch ein Konzept zur Besucherlenkung werden Brutgebiete der Heidelerche künftig besser geschützt werden.

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