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Der Mittelspecht (Picoides medius) -  ein scheuer Rotschopf

Mittelspecht

Allgemein

Der Mittelspecht ist kleiner als der Buntspecht und unterscheidet sich von seinem größeren Bruder durch einen vollständig roten Scheitel. Dieser ist allerdings bei den Jungtieren des Buntspechtes auch vorhanden und kann zu Verwechslungen führen. Beide Geschlechter sind nahezu gleich gefärbt.

Lebensweise

Seine Nahrung besteht ganzjährig überwiegend aus in Totholz und unter Rinde lebenden Gliederfüßern wie verschiedene Insekten, Spinnen und Tausendfüßern, die er eher aus mitteldicken bis dünnen Ästen als aus dem Stamm und den Hauptästen herausstochert. Hierbei nutzt er im Übrigen nur stehendes Totholz.

Im Herbst und Winter erweitert er sein Nahrungsspektrum um Beeren, Nüsse, Samen sowie Baumsäfte. Er ist scheuer als der Buntspecht, überquert nur selten offene Flächen im Flug und trommelt auch nur selten, und wenn, dann leiser und kürzer mit gleichbleibendem Tempo.

Der sehr partnerschaftsbezogen lebende Vogel überdauert die Winterzeit im Brutgebiet oder weicht in nahegelegene, zu dieser Jahreszeit günstigere Futtergebiete aus. Die Paarbindung wird oftmals bis zur nächsten Brutsaison aufrechterhalten. In einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium der Brut, wird diese in zwei Gruppen geteilt und von den Eltern getrennt weiter betreut.

Vorkommen und Gefährdung

Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland sind das mitteldeutsche Trockengebiet, das Neckarhügelland sowie die Oberrheinebene. Im Anschluss an größere Altholzbestände ist der Mittelspecht zudem in reich strukturierten, anthropogen beeinflussten Sekundärbiotopen wie Streuobstbeständen und Parks zu finden. Seine Bestandsdichte steigt mit Zunahme des Eichenanteils.

Obwohl der Bestand in Deutschland als stabil gilt, sind Vorkommen des Mittelspechts gefährdet durch kurze waldbauliche Umtriebszeiten ohne Erhalt von alten Bäumen, durch eine waldbauliche „Verdrängung“ der Eiche durch die Buche, eine verstärkte Entnahme von Alteichen sowie die „Verinselung“ geeigneter Waldgebiete und den Verlust von Streuobstwiesen mit alten Obstbäumen.

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Naturprojektes werden vorhandene alte Eichen erhalten und geschützt. Stehendes Totholz, insbesondere von Eichen, wird als Höhlenbaum erhalten um als Brut- und Nahrungshabitat zur Verfügung zu stehen.

 

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