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Uhu (Bubo bubo) - ein eindrucksvoller nächtlicher Jäger

Uhu1

Allgemein

Der Uhu (Bubo bubo) ist der größte Vertreter der Eulen in Europa. Mit ca. 70 cm Körpergröße und einer Flügelspannweite von bis zu 180 cm ist er von beeindruckender Größe. Sein geflecktes Gefieder in unterschiedlichen Brauntönen tarnt ihn bestens. Charakteristisch und unverwechselbar ist sein Balzgesang und spiegelt sich sowohl in seinem lateinischen wie auch deutschen Namen wider.
 
Lebensweise

Der Uhu ist ein Offenland-Jäger, der reich gegliederte Kulturlandschaften mit einem kleinräumigen Mosaik aus verschiedenen landwirtschaftlichen Nutzungsformen, Heckenzügen und Feldgehölzen benötigt. Nur hier findet er ausreichend Nahrung. Als nachtaktiver Jäger erbeutet er vorwiegend Kleinsäuger wie Mäuse, Igel und Jungtiere größerer Säugetierarten. Aber auch andere Vögel oder Frösche verschmäht er nicht.
Ausgedehnte Wälder und großflächige Ackergebiete werden gemieden. In Mitteleuropa brütet er überwiegend in steilen Felsen. Felswände in Steinbrüchen sind für ihn ein wichtiger Lebensraum geworden.

Vorkommen und Gefährdung

Das Vorkommen des Uhus reicht von Nordafrika über Europa bis Asien. In Europa fehlt die Art in der nördlichen Hälfte Frankreichs, in Irland, auf Island und den meisten Inseln des Mittelmeers. In Großbritannien gibt es wenige Brutpaare, welche auf entflogene Uhus zurückgehen. Im Projektgebiet besetzt er mehrere Reviere und brütet sowohl an natürlichen Felsen wie auch in Felswänden von Steinbrüchen.
Der Uhu war bis Mitte des letzten Jahrhunderts fast ausgerottet: In den 1960er Jahren gab es in Bayern nur noch wenige Paare. Bereits die Römer benannten ihn als unheilbringenden Totenvogel. Sein Erscheinen bedeutete Krieg, Hungersnot, Krankheit und Tod. Später wurde er von Jägern bei der Krähenjagd eingesetzt, die den Lockvogel als ihren natürlichen Feind „behassten“ und dadurch gut zu bejagen waren. Hierzu holte man sich junge Uhus aus den Nestern – Eiersammler und Abschussprämien taten ihr Übriges.
Intensive Schutzbemühungen führten in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts zu einer Vergrößerung und Stabilisierung des Bestands - heute leben in Bayern wieder an die 350 Tiere. Allerdings ist seit einigen Jahren ein nachlassender Bruterfolg festzustellen und im Laufe der Zeit verwaisten ehemalige Uhureviere wieder. Die Ursachen sind noch weitgehend unbekannt.
Auch heutzutage stellt der Mensch immer noch die größte Bedrohung für den Uhu dar. Nicht wenige Tiere sterben durch Kollisionen mit Autos oder Zügen und ungesicherten Mittelspannungsmasten. Klettersportler und neuerdings auch Geocacher führen zu Störungen in seinen Brutwänden. Sekundäre Brutwände in Steinbrüchen sind durch deren Rekultivierung bedroht

Maßnahmen

Spezielle Artenhilfsmaßnahmen sind für den Uhu im Zuge des Projektes nicht vorgesehen. Durch Flächenankauf für Naturschutzzwecke und die vorgesehenen Pflegemaßnahmen wird sein Lebensraum aber indirekt gefördert, vergrößert und verbessert.

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