Wertvoller Naturraum
attraktive Kulturlandschaften
Main - Saale - Wern

Die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria) -  ein bunter Falter mit pelziger Raupe 

Spanische-Flagge-2

Allgemein

Die Spanische Flagge (Euplagia quadripunctaria), auch Russischer Bär genannt, gehört zwar zu der Nachtfalterfamilie der Bärenfalter,  ist aber meist am Tage zu beobachten. Sie erreicht mit ca. 6 cm Flügelspannweite eine beachtliche Größe. Die namengebende Färbung der Flügeldecken ist auffällig und dient als „Schrecktracht“, die Fressfeinde vor Ungenießbarkeit oder gar Giftigkeit warnt. In Ruhestellung werden die leuchtend roten Hinterflügel unter den Vorderflügeln verdeckt, so dass der Falter eine charakteristische dreieckige Körperform einnimmt.

Lebensweise

Die Spanische Flagge benötigt offene, sonnig-trockene bis halbschattige-feuchte Flächen an Säumen, Schlagfluren, Brachen und Lichtungen von Laubmischwäldern. Die Tiere sind Biotopwechsler: je nach Witterung findet man sie in unterschiedlichen Habitaten. Die Falter saugen an verschiedenen Blütenpflanzen, werden aber besonders häufig an Wasserdost (Eupatorium cannabinum) beobachtet. Hierbei zeigten sie sich wenig standorttreu und gelten daher als vagabundierende Wanderfalter. In trockeneren Lebensräumen saugen sie an Gemeinem Dost (Origanum vulgare) und verschiedenen Distelarten. Die Eiablage erfolgt in feuchteren Lebensräumen. Nach dem Schlupf frisst die pelzig behaarte Raupe nachts an verschiedenen Kräutern bis zur Überwinterung. Nach der Überwinterung ernährt sie sich von verschiedenen Sträuchern – sie gilt als Generalist. Im Juni verpuppt sich die Raupe. Die Falterflugzeit reicht von Mitte Juli bis Ende August.

Vorkommen und Gefährdung

Die Spanische Flagge ist in Mittel- und Südeuropa weit verbreitet. Sie ist gefährdet durch den Verlust von Saumstrukturen entlang von Waldrändern und Wirtschaftswegen infolge Nutzungsintensivierung, durch Mahd der Saugpflanzen zur Flugzeit der Falter und auch durch die Vernichtung von Hochstaudenfluren z. B. durch die Anlage von Lagerplätzen. Im Projektgebiet ist sie regelmäßig zu beobachten, aber nicht häufig. Aufgrund der vorhandenen, vielfältigen Saumstrukturen kann ihr Bestand als gesichert gelten. Die tendenziell negative Entwicklung der für den Fortbestand der Art erforderlichen Lebensraumtypen führte zur Aufnahme in die deutsche Vorwarnliste.

Maßnahmen

Im Zuge des LIFE+ Naturprojektes werden durch die Schaffung lichter Waldstrukturen und die Auflichtung von Waldrändern, Entbuschungen und durch Pflegemahd strukturreiche Säume geschaffen und vergrößert,  die die Entwicklung der Art insgesamt fördert und mit weiteren Populationen vernetzten kann.

< zurück