Wertvoller Naturraum
attraktive Kulturlandschaften
Main - Saale - Wern

Erhaltung und Entwicklung eines wertvollen Naturraums und einer attraktiven mainfränkischen Kulturlandschaft

Projektziele:

  • die Sicherung und Optimierung der Kulturlandschaftskomplexe mit Trockenlebensräumen, Weinbergsstrukturen und Streuobstwiesen und ihrem charakteristischen Artenspektrum
  • die Optimierung und Sicherung der Schutzgüter des Natura-2000-Netzes (Lebensraumtypen und Arten) und
  • die Förderung des Gebietes als wichtiges Biodiversitätszentrum und Baustein im europäischen Biotopverbundsystem.       

Sonnenbeschienene Weinberge, blüten- und früchtereiche Streuobstwiesen, lichte Wälder und steile, schroffe Hänge prägen die abwechslungsreiche Landschaft des mainfränkischen Muschelkalkzugs entlang des Mittleren Maintals und der Täler von Fränkischer Saale und Wern. Aufgrund der klimatischen und geologischen Besonderheiten haben sich hier wertvolle Trockenrasengesellschaften ausgebildet, die eine enorme Vielfalt an seltenen und gefährdeten Tier- und Pflanzenarten beherbergen. Neben den natürlichen Trockenstandorten sind in den letzten Jahrhunderten durch traditionelle, extensive Nutzungsformen vielfältige Lebensräume entstanden, die in enger Verzahnung mit den primär waldfreien Trockenrasen großflächige, naturschutzfachlich hochwertige Lebensraumgefüge bilden.

Der Erhalt und die Entwicklung dieser wertvollen Lebensräume gelingen nur durch ein fortdauernde nachhaltige Nutzung und Pflege.

Daher gilt als ein weiteres wichtiges Ziel des Projekts:

  • Schutz durch Nutzung – menschliche und tierische Landschaftspfleger im Einsatz

Das vielfältige Grünland mit seinem großen Artenspektrum ist nur zu einem kleinen Teil „natürlich“ waldfrei und würde sich auf die extremsten Standorte im Bereich der Muschelkalkfelsen begrenzen. Vielmehr sind etliche der heute wertvollsten Flächen das Ergebnis jahrhundertelanger Bewirtschaftung, vor allem durch die traditionelle Schafbeweidung und kleinflächigen Steillagenweinbau und Nutzung als Streuobstwiesen.

Durch das Sterben kleinbäuerlicher Strukturen und der damit verbundenen Nutzungsaufgabe auf den schwer zu bewirtschaftenden Steillagen, führt die natürliche Sukzession in Folge größtenteils zu einer Wiederbewaldung, erkennbar an den großflächigen Verbuschungen der Hänge und Hochflächen. Dadurch wird nicht nur das prägende Landschaftsbild Mainfrankens nachhaltig verändert, es gehen auch einmalige Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten verloren.
Daher sollen im LIFE+-Projekt neue Impulse für die Umsetzung bzw. Weiterführung historischer und extensiver Nutzungsformen vermittelt werden. Unter enger Einbindung der Bewirtschafter aus der Region sollen neue Beweidungsformen entwickelt werden. Zur Demonstration und beispielhaften Umsetzung ist unter anderem die Wiederaufnahme der Beweidung, z.B. durch den Aufbau einer Ziegenherde, vorgesehen. Von großer Bedeutung ist  die Optimierung und Vernetzung beweideter Flächen von bereits vorhandenen Schäfern und ihrer Herden z. B. durch die Schaffung von Triftwegen und Vergrößerung von  Weideflächen durch Flächenankauf. Charakteristische Weinbergsstrukturen sollen gesichert und wiederhergestellt werden durch Anlage und nachfolgende Bewirtschaftung von Musterweinbergen nach historischem Vorbild. Um die Entbuschung von Trockenstandorten und Streuobstflächen, Freistellung von Felsen sowie die Auflichtung von Waldrändern durchführen zu können und einen Flächenverbund herzustellen, werden Grundstücksankäufe getätigt.

Und letztlich können diese Ziele nur erreicht werden, wenn viele Menschen der Region auf die Besonderheiten und Wertigkeit aufmerksam werden und ihre Bedrohung selbst erkennen.

Denn es gilt immer noch (nach Konrad Lorenz): "Man schützt nur, was man liebt und man liebt nur, was man kennt".

  • Erhöhung der Akzeptanz von naturschutzorientierten Maßnahmen und Nutzungsformen

Die Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen wird durch eine intensive Öffentlichkeitsarbeit begleitet, um das Bewusstsein für diese besondere Umgebung und deren akute Gefährdung zu sensibilisieren. Hierfür ist eigens für das Projekt eine LIFE+-Naturführerin eingestellt worden, die das Projekt durch Führungen und Weiterbildungsarbeit begleitet und unterstützt. Es gilt, die hohe Wertigkeit der Region mit ihren einzigartigen Naturschätzen und ihre Bedrohung bewusst zu machen, die auch mit einer nachhaltigen Veränderung des Landschaftsbild einhergehen wird, wenn nicht bald gegengesteuert wird. Die Vermarktung von regionalen Produkten von Ziege und Schaf sowie  Wein und Obst aus der Region verbinden sich mit Ökologie und Naturschutz und sorgen so auch in Zukunft für den Erhalt dieser einmaligen fränkischen Kulturlandschaft.