Wertvoller Naturraum
attraktive Kulturlandschaften
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Steile Weinberge - ökologisch bedeutsame Zeitzeugen historischer Landbewirtschaftung und markante Landschaftsstrukturen

Weinbergsmauern-bei-Gamb2

Nur noch wenige Winzer bewirtschaften steile, durch Trockenmauern terrassierte Weinbergslagen, die die Vorfahren in mühevoller Handarbeit anlegten. Viel Idealismus gehört dazu und eine große Liebe zum Handwerk und zur Natur, denn der Ertrag von diesen auch für den Weinanbau grenzwertigen Standorten ist nicht von Bedeutung. Handarbeit ist angesagt und erfordert eine gute Kondition. Die Weine, die aus solchen Steillagen aber letztlich reifen, sind von besonderer gehaltvoller Güte, denn sie konzentrieren stärkste Sonneneinstrahlung in ihren Beeren. Aber auch aus naturschutzfachlicher Sicht sind die alten, kleinflächig parzellierten Rebflächen von großer Bedeutung. In den meist nur von Hand behackten und nicht mit Herbiziden behandelten Rebzeilen wächst eine artenreiche Weinbergsunkrautgesellschaft, in den Ritzen und Höhlen der Wärme speichernden Trockenmauern finden Zauneidechse und Schlingnatter Nahrung und Unterschlupf. In warmen Sommernächten kann man den surrenden Gesang der Blutroten Singzikade (Tibicen haematodes), auch Lauer genannt, erleben.

Bereits zeitig im Jahr blüht die seltene Weinbergstulpe (Tulipa vinealis), der Acker-Gelbstern (Gagea arvensis) und die Weinbergs-Traubenhyazinthe (Muscari racemosum), gefolgt von Weinbergslauch und Rundem Lauch (Allium vineale und rotundum). Nur wenige kennen die Osterluzei (Aristolochia clematitis), die seit dem Mittelalter bei uns in warmen Weinbergslagen vorkommt, denn sie wurde als Heilpflanze früher bei der Geburtshilfe und zur Heilung von Geschwüren eingesetzt.