Wertvoller Naturraum
attraktive Kulturlandschaften
Main - Saale - Wern

FFH-Gebiet 6024-371.01 - .02 „Mäusberg, Rammersberg, Ständelberg und Umgebung“ 

Größe: 297 ha

Drei Kuppen und steil abfallende Hänge zum Maintal mit einem Lebensraummosaik aus Trockenrasen unter krüppeligen Eichen und Kiefern, Kalkschuttfluren, Lesesteinriegeln und Abbaurinnen, Trockengebüsche und Wärme liebendem Wäldern prägen dieses westlich von Karlstadt gelegene FFH- und Naturschutzgebiet.

NSG Maeusberg 7
Blick auf die 3 Kuppen des Naturschutzgebiets "Mäusberg - Rammersberg - Ständelberg"

Unvermittelt fühlt sich der Besucher an Landschaftsbilder aus dem Mittelmeerraum erinnert. Über den Hochflächen ist der Gesang der Heidelerche zu hören, vom Wipfel der Waldkiefer schwingt sich ein Baumpieper mit seinem typischen Singflug in die Höhe und der Warnruf des Neuntöters ertönt aus benachbarten Schlehengebüschen. War das nicht ein Segelfalter über der in der Hitze flirrende Luft über den Felsrasen? Die Trockenstandorte hier sind äußerst repräsentativ und gehören nicht nur zu den bemerkenswertesten Orchideenstandorten Unterfrankens sondern ganz Bayerns.

NSG Maeusberg 1
Krüppeleichen im Teilgebiet "Mäusberg"

Teilbereiche der mageren Wiesen am Rammersberg und Ständelberg werden von Schafen einer nahegelegenen Schäferei in Wiesenfeld beweidet und offengehalten.

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Im Teilgebiet "Rammersberg"

Es sind ausgesprochen attraktive Pflanzenarten, die man hier noch finden kann. Dazu zählen zweifellos  22 Orchideenarten darunter Frauenschuh und Purpurknabenkraut, Diptam, Adonisröschen, Küchenschelle und die drei Enzianarten Deutscher, Kreuz- und Fransenenzian. Auch der Mehlbeere und der Elsbeere, zwei Wärme liebenden Baumarten, gefällt es hier so gut, dass sie hier im Gebiet sogar bastardieren und neue Arten bilden: die Würzburger und die Badische Mehlbeere. Und auch die Tierwelt hat viele Besonderheiten zu bieten. Besonders reichhaltig und wertvoll ist die Insektenwelt. Dem Besucher fallen vor allem viele verschiedene und zahlreiche Schmetterlinge auf. Darunter finden sich so seltene Arten wie der  Segelfalter  und seltene Bläulinge wie der vom Aussterben bedrohte Kreuzenzian-Ameisenbläuling und der Storchschnabelbläuling. Wärmeliebende Heuschrecken, z. T. mit blau- und rotleuchtenden Flügeldecken hüpfen und fliegen an warmen Hochsommertagen vor den Füßen des Wanderers auf. Möglicherweise begegnet man so der seltenen Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus) oder der Rot- oder Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda germanica bzw. coerulecens).

Sorbus 1
Mehlbeer-Arten in schönster Herbstfärbung im Teilgebiet "Mäusberg"