Wertvoller Naturraum
attraktive Kulturlandschaften
Main - Saale - Wern

FFH-Gebiet 6124-372.01 - .11 „Maintalhänge zwischen Gambach und Veitshöchheim“ 

Größe: 866 ha

Egal auf welcher Talseite man das Maintal nördlich von Würzburg durchreist, die überaus abwechslungsreiche Landschaft aus steilen Muschelkalkfelsen,  Weinbergen, Obstwiesen an sonnenexponierten, steilen Hängen zieht den Blick des Betrachters zu jeder Jahreszeit in seinen Bann. Wer einmal auf einem der zahlreichen Höhenwege oberhalb der Weinberge und entlang der Felsen wanderte, wird den weiten Blick über das Maintal nie wieder vergessen. Wie Perlen an einer Schnur sind hier an Hängen, Hangkanten und Kuppen naturschutzfachliche bedeutsame Trockengebiete aneinander aufgereiht.

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Der Benediktusberg bei Retzbach

Verlässt man Veitshöchheim auf der B27 in Richtung Norden, gelangt man entlang steiler, schuttiger Hänge des Naturschutzgebiets „Blaugrashalden“ nach Thüngersheim. Oberhalb der Weinberge liegt hier ein insbesondere wegen seines Reichtums an Orchideen bekanntes Naturschutzgebiet, die „Höhfeldplatte“. Weiter nördlich, am Rande des Zellinger Beckens, wird der Blick durch den markanten Felsabbruch bei Retzbach, dem Benediktusberg, angezogen. Der an der oberen Hangschulter liegende "Tierthalberg", der "Klotz" im Retztal und das "Affental" beherbergen nicht nur botanische Juwelen sondern sind auch ein Eldorado für wärmeliebende Tierarten wie der Bergzikade oder Blutroten Singzikade, in Unterfranken auch Lauer genannt. An den steilen Hängen brütet die seltene Zippammer.

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Trockenhänge im "Affental"

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Blick auf den Tierthalberg bei Retzbach

Dem weiteren Talverlauf nach Norden folgend gelangt man zu einer der wohl bedeutendsten Teilflächen des FFH-Gebietes um Karlstadt: dem Naturschutzgebiet „Grainberg – Kalbenstein und Saupurzel“. Bevor dann der Main nördlich von Karlstadt  in die Buchenwaldhänge des Buntsandsteins eintaucht, bietet der „Kalbenstein“ noch einen fulminaten Abschluss und ein großartiges landschaftliches Erleben. Viele der vorkommenden Pflanzen- und Tierarten sind einzigartig und selten. Dies führte bereits im Jahr 1941 zur Unterschutzstellung.

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Federgras auf den Höhen des NSG "Grainberg-Kalbenstein"

Markant erhebt sich die bewaldete Kuppe des "Saupurzels" oberhalb von Karlstadt. Er ist umgeben von herrlichen Kalktrockenrasen an seinen Süd- und Westhängen, aber auch großflächigen Sandmagerrasen. Diese entstanden vor allem an der Nordostseite auf feinen Flugsanden, die der Wind aus dem Maintal über den Talrand geblasen und hier abgelagert hat.

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Herbststimmung im  Naturschutzgebiet "Grainberg-Kalbenstein" mit Blick auf Karlstadt und den "Saupurzel"