Wertvoller Naturraum
attraktive Kulturlandschaften
Main - Saale - Wern

FFH-Gebiet 6123 -302 „Maintrockenhänge am Kallmuth und am Hübschenberg“
 
Größe: 18 ha

Fast noch spektakulärer als am Kalbenstein hat der Main ganz im Südwesten des Projektgebietes den „Kallmuth“ bei Homburg, einen steilen Prallhang, herauspräpariert. Nicht nur bei Weinkennern ist der Calvus mons (lat. = kahler Berg) bekannt und beliebt ist. Der Bergfuß besteht aus Buntsandstein und ist mit Reben bestockt. Über den mit Trockenmauern abgetreppten steilen und schmalen Weinbergen liegen derart steile, grasbewachsene Hänge, wie man sie weithin suchen muss. Es handelt sich um Gamander-Blaugrashalden in einer besonders schönen und großflächigen Ausbildung außerhalb des alpinen Raums.

Kallmuth 1
Blick vom "Kallmuth" ins Maintal nach Norden

Das  Blaugras befestigt mit seinen Ausläufern und Wurzeln den Kalkschotter und die feine Erde des Hangs. Zu ihm gesellen sich weitere seltene botanische Schönheiten, die sommerlicher Hitze und Trockenheit und starken Winden trotzen wie Edel- und Traubengamander, Berg-Kronwicke, Federgras und Diptam. Einzelne, durch Wind und den extremen Standort geprägte Wacholder, Wildrosen und Kiefern stehen dazwischen. Vermehrt auch Sämlinge der standortfremden Schwarzkiefer, die einst am Oberhang und Plateau gepflanzt wurden, um die Weinberge vor Kaltluftabfluss zu schützen.  In den offenen Halden brütet die seltene und gefährdete Zippammer, die vorwiegend im Mittelmeerraum beheimatet ist.

Kallmuth 2
Blaugrashalden des Naturschutzgebiet "Kallmuth"