Wertvoller Naturraum
attraktive Kulturlandschaften
Main - Saale - Wern

FFH-Gebiet 5924-371.01 - .08 „Trockengebiete an den Werntalhängen zwischen Karsbach und Stetten“  

Größe: 748 ha

Entlang des unteren Werntals von Karsbach über Gössenheim, Aschfeld und Eußenheim bis Stetten finden sich an steilen Talhängen und auf Kuppen Wärme liebende Wälder, sogenannte Steppenheidewälder, Trocken- und Halbtrockenrasen und Schuttfluren mit seltenen submediterranen und subkontinentalen Arten sowohl in der Pflanzen- wie auch Tierwelt. Weithin bekannt und bei Ausflüglern wie Fachleuten sehr beliebt ist die Ruine Homburg bei Gössenheim, eine der größten deutschen Burganlagen aus dem 11. Jahrhundert. Sie liegt inmitten naturschutzfachlich wertvollster Flächen, die bereits 1986 als Naturschutzgebiet unter besonderen Schutz gestellt wurden. In einzigartiger Weise ergänzen sich hier Natur, Kultur und Ökologie.  Das Naturschutzgebiet umfasst nach einer Erweiterung auf 600 ha  im Jahr 2000 nun weitere Teilflächen und zieht sich vom „Uhlberg“ bei Karsbach, dem „Hohhafter Berg“ bei Gössenheim nach Süden bis Aschfeld.  Das „Ammerfeld“ westlich von Aschfeld, ein Plateau mit großflächigen Trockenrasen und einem großen, aufgelassenen Steinbruch, lädt zu jeder Jahreszeit zu interessanten Wanderungen ein.

Ruine Homburg 1
Blick auf die Burgruine Homburg

Auf den Plateauflächen des Naturschutzgebiets „Ruine Homburg“ und den Hochflächen des  benachbarten Naturschutzgebiets „Giebel“ kommt der in Mainfranken endemische Faserschirm-Erdseggen-Rasen großflächig in sehr guter Ausbildung vor. Namengebend sind der Blaugrüne Faserschirm, ein kleiner Doldenblütler sowie die Erdsegge, eine kleines Sauergras. Zusammen mit der bunten Erdflechtengesellschaft der trockensten Stellen, bestehend aus äußert seltenen Moosen und Flechten, bilden sie einen ganz besonders wertvollen und bayernweit einmaligen Lebensraum. Ein große Anzahl an Orchideen wie Helm-Knabenkraut, Bocksriemenzunge, Händelwurz und Fliegen-Ragwurz und Berg-Waldhyazinthe, insbesondere aber das Vorkommen des Purpur-Knabenkrauts (Orchis purpurea) führten zur Einstufung von Teilbereichen des FFH-Gebiets als prioritären Lebensraum nach der FFH-Richtlinie. Auch in den Hängen am Mündleinsgraben westlich Eußenheim, Hängen am Lochholz südlich Eußenheim und im Stettener Hang kann man viele dieser seltenen Arten noch finden.

Ruine Homburg 2
Talhänge der Wern bei der Ruine Homburg